Archiv-Nachricht

19.09.1966 Montag  Katastrophenüben am Baldeneysee

Lebensretter, Johanniter und Taucher probten Einsatz wie im Ernstfall

Hilferufe schollen über den See - Gott sei Dank nur als Rahmen einer Übung: Ein mit 22 jungen Menschen besetztes Schiff war plötzlich in Rauch und Flammen gehüllt. Verletzte mussten geborgen, 2 Insassen, die ins Wasser gesprungen waren, an Land gezogen werden. Wie sie sich bei einer Katastrophe dieser Art zu verhalten haben, das übten am Sonntagvormittag Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, der Johanniter-Unfallhilfe und des Deutschen Unterwasserclubs Essen an der DLRG.-Station. Lanfermannfähre in Heisingen.

Über 500 Zuschauer
Es war die erste regionale Einsatz-Übung im Rahmen des zivilen Katastrophenschutzes. Sie verlief reibungslos. Alles klappte vorzüglich. Dabei waren die Teilnehmer erst 2 Stunden vor der Übung über die Art des Einsatzes informiert worden.Mehr als 500 Zuschauer hatten sich am Seeufer versammelt und verfolgten den Verlauf der Übung, nachdem Oberstudienrat Leo Spahl die Teilnehmer begrüßt hatte, darunter auch ein Vertreter des Regierungsprädidenten. Ludwig Frischmann leitete die Übung und erläuterte den Zuschauern die einzelnen Einsätze.

Die Bergung der 22 Insassen erfolgte durch 3 DLRG-Boote ("Pöppinghaus", "Gehrmann" und ein Boot aus Kleve). Die Verletzten wurden auf Tragen ans Land gebracht und sofort versorgt. Die beiden Personen im Wasser wurden mit Rettungsbällen ans Ufer gezogen. Falls während der Übung etwas "Ernsthaftes" passierte lag ein DLRG-Schlauchboot (mit Motor) bereit.

Paddelboot kentert

Der zweite Teil der Übung bestand aus einer Reihe von Einzel-Einsätzen: 2 Tauch-Schwimmer bargen einen gekenterten verletzten Paddler und brachten ihn mit dem Schlauchboot ohne Motorkraft an Land, wo sofort Wiederbelebungsversuche begonnen wurden. An einer Puppe ("Egon") demonstrierten Retter außerdem die Mund-Nase-Beatmung. In diesem Jahr wurde bereits 68 gekenterten Segelbooten auf dem Baldeneysee von DLRG-Wachen geholfen. (An Bord der Boote befanden sich auch sieben Nichtschwimmer!) Wie das Kentern und die Bergung vor sich geht, zeigte die Übung: Ein junger Segler ging mit seinem Boot "baden". Es wurde dann halb unter Wasser, an den Steg gezogen.

Zuletzt Manöverkritik
Nach anderthalb Stunden wurde die Übung abgeblasen. Dann folgte die "Manöverkritik" mit den Teilnehmern. Einsatzleiter Frischmann war, alles in allem, sehr zufrieden.

Quelle: Ruhr Nachrichten

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WRDNews

Von: News Admin

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