Archiv-Nachricht

18.10.2008 Samstag  Katastrophenalarm in "Geheimdorf"

18.10.2008

Nach einer Kollision und einer Explosion im Maschinenraum befinden sich rund 100 verletzte Personen auf dem Passagierschiff "Wappen von Köln". So stellte sich die Lage auf dem Rhein in Köln für die eintreffenden sieben Wasserrettungszüge der DLRG und zwei Wasserrettungszüge der Wasserwacht dar. Gott sei Dank handelte es sich bei dem vorgenannten Szenario um eine Großübung des Landesverbandes der DLRG.

Die DLRG Essen ist derzeit mit zwei Bootstrupps (bestehend aus Zugfahrzeug, Boot, 4 Helfer) im Katastrophenschutz gemeldet.

Nach Alarmierung mittels Group-Alarm (eine Alarmierungsart per SMS) sammelten sich unsere Helfer im Sammelraum an der Rettungsstation und stellten die sofortige Abmarschbereitschaft der Fahrzeuge und Boote her. Rettungsgeräte, Ausrüstung und die persönliche Schutzausrüstung der Helfer (wie Helme, Handschuhe, Stiefel und Regenzeug) wurden kontrolliert und verladen.

Am Morgen des 18.10. rückten unsere Helfer um 06:15 Uhr zur Sammelstelle des Landesverbandes der DLRG in Düsseldorf ab. Nach Eintreffen in Düsseldorf gegen 07:00 Uhr wurden zunächst vier Wasserrettungszüge zusammengestellt. Ein Zug besteht beispielsweise aus einem Führungsfahrzeug, sieben Bootstrupps und einem Tauchtrupp. Gegen 08:00 Uhr wurde das Abrücken aller Züge in den Bereitstellungsraum befohlen. Nun wurde auch "Geheimdorf" gelüftet- es handelte sich um das Stadtgebiet Köln, der Bereitstellungsraum war der Parkplatz 2 am Fühlinger See. Im Bereitstellungsraum wurden dann insgesamt sieben Wasserrettungszüge der DLRG und zwei Wasserrettungszüge der Wasserwacht zusammengeführt. So kam man auf die stolze Anzahl von fast 400 Rettungskräften. Hinzu kamen noch beobachtende Schiedsrichter und Ärzte sowie fast 100 Mimen, die von ausgebildeten RUND-Spezialisten (Realistische Unfall- und Notfall-Darstellung) geschminkt und auf das Ereignis vorbereitet wurden.

Nach Ansprachen durch die Einsatzleitung und einen Vertreter des Innenministers, der sich ausdrücklich für die ehrenamtliche Arbeit im zivilen Katastrophenschutz bedankte, wurden alle Zugführer zur Lagebesprechung gerufen.

Nach Ausgabe der Lage wurden dann alle Züge in Marsch gesetzt und hatten unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen, wie z.B. das Einrichten und Betreiben zweier Verletztensammel- stellen, einmal für leicht und einmal für schwer Verletzte. Weitere Abschnitte wurden gebildet für das Slippen der Bootes sowie die Einrichtung einer zentralen Einsatzleitung.

Da der Höhenunterschied vom Ausstieg des Fahrgastschiffes zu den Rettungsbooten zu groß war, hatten sich so genannte Strömungsretter an der Bordwand vertaut und betreuten die leicht Verletzten bei ihrem Übersteigen ins Rettungsboot oder sorgten für ein sicheres Abseilen der Schwerstverletzten mittels Trage. Bei einem solchen Massenanfall von Verletzten war ein schneller Abtransport zu den Sammelstellen nötig, deshalb waren ca. 50 Rettungsboote im Einsatz.

Nach Rettung aller Verletzten, konnten gegen 17:00 Uhr alle Boote aus dem Wasser genommen werden und man rückte zum Bereitstellungsraum ab, wo alle teilnehmenden Helfer mit einer warmen Mahlzeit versorgt wurden.

Das Übungsziel wurde erreicht. Stärken und Schwächen der einzelnen Helfer wurden ermittelt und Abläufe praktisch eingeübt.

Gegen 21:30 Uhr wurde die größte Wasserrettungsübung, die jemals im Land Nordrhein-Westfalen stattgefunden hat, offiziell beendet.

Jetzt heißt es, weiter üben! Die nächste Alarmierung kommt bestimmt...

DeKu/wie.

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KatsNews

Von: News Admin

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